Kiwi, All Blacks und der Ahrweiler BC

Geht es um Neuseeland, denkt man fast zwangsläufig an deren Nationalsymbol, den Kiwi, an die Rugby-Nationalmannschaft „All Blacks“ und der eine oder andere Fußballfreund des älteren Semesters vielleicht auch noch an Wynton Rufer, der ab Ende der Achtzigerjahre bis Mitte der Neunziger bei dem damaligen Bundesligaspitzenklub SV Werder Bremen zu den Leistungsträgern gehörte. Am wenigsten käme einem aber der Ahrweiler BC in den Sinn, wobei dort in den letzten Wochen der Inselstaat durchaus eine größere Rolle spielte.

Anke Hoffmann, seit 15 Jahren in Wellington lebend, deren Mutter und Schwester in Ahrweiler wohnen, zog es für sieben Wochen mit ihren drei Söhnen Finn (10), Nico (8) und Kester (4) an die Ahr, um dort ihrem Nachwuchs in erster Linie Deutschland und „Deutsch Sein“ nahezubringen. Dabei galt es für die Kids auch der Schulpflicht in der Aloisius Grundschule in Ahrweiler nachzukommen und zwecks besserer Integration einem Verein beizutreten. Diesbezüglich hatte sich Anke Hoffmann für den ABC entschieden, da das Brüdertrio auch in Neuseeland bei Waterside Karori Football Club dem runden Leder hinterherjagt.  Vom ersten Moment an war der Kontakt mit „den Deutschen“ im Alltag, der Schule und beim ABC sehr harmonisch. Das Resümee der Dreifach-Mutter nach sieben Wochen fällt sehr positiv aus: „Uns hat es super gut gefallen. Wie schade, dass die Zeit schon wieder zu Ende ist – nach 7 Wochen hatten wir uns in Schule, Fußballteams und Ahrweiler gerade alle so richtig eingelebt! Ein herzliches Dankeschön an Gerd Treffer und Heidi Schulze, dass sie uns so warm willkommen geheißen haben! Die Kinder haben sich sehr wohl gefühlt.“

„Richtig tolle Jungs. Freundlich, ehrgeizig und immer mit Spaß bei der Sache. Insbesondere Kester, der bei mir bei den Bambinis trainierte, hat es mir angetan. Wenn ich Kester nicht nach dem letzten Training vom Platz genommen und seiner Mutter Anke in Obhut gegeben hätte, dann würde der noch immer mit einem Lachen auf den Lippen auf dem Kunstrasen dem Ball nachlaufen. Ich habe sehr anregende Gespräche mit den Eltern geführt, die mir interessante Infos zur Organisation des Jugendfußballs in Neuseeland gaben.“

(Gerd Treffer, Jugendleiter Ahrweiler BC)

„Ein Höhepunkt war der Bambinitreff in Wanderath“, so Anke Hoffmann. Adäquate Veranstaltungen gibt es in Neuseeland in dieser Form nicht. Dort wird der Fußball auf der Ebene des Breitensports, auch innerhalb eines Vereins, in erster Linie von den Eltern organisiert und koordiniert, während der Verein sich verstärkt dem leistungsorientierten Wettbewerb widmet. Die drei Kids, deren Sprachkenntnisse auch in Wellington durch die Eltern sowie durch die Teilnahmen in Deutsch sprechenden Spiel- und Lerngruppen gefördert wrden, machten während ihrer Schulzeit in Ahrweiler enorme sprachliche Fortschritte. Insbesondere der vierjährige Kester schien hörbar großen Gefallen an der Muttersprache seiner Mum gefunden zu haben.

„Ich habe mich riesig darüber gefreut Anke, Rob sowie die Kinder Finn, Nico und Kester kennengelernt zu haben. Die Kinder haben sich super in die Mannschaft integriert. So schrieb mir Nico zum Abschied eine Karte mit folgender Nachricht: „Danke Heidi, dass du uns im Verein aufgenommen hast.“ Wenn es nach mir und Gerd gegangen wäre, hätten wir die ganze Familie am liebsten bei uns behalten. Es ist in den acht Wochen eine Freundschaft entstanden, die auch mit Email-Kontakt fortgeführt wird.“

Heidi Schulze (Betreuerin E II-Junioren)

Beim ABC haben Finn, Nico und Kester einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen, sodass deren stets offenes, ehrliches, freundliches  und frohgestimmtes Wesen künftig zumindest ein wenig fehlen wird. Für die Familie vom anderen Ende der Welt, Vater Rob stieß berufsbedingt erst zum Ende der Zeit in Ahrweiler hinzu, wurde der Deutschland-Trip nach der Zeit in Ahrweiler noch um einige Wochen mit einer Rundreise durch die Republik verlängert. Der Ahrweiler BC wünscht seinen neuseeländischen Gästen alles Gute und hofft, dass es ein (baldiges) Wiedersehen gibt.

Foto 1:

Die Gastfamilie aus Neuseeland hinterließ einen bleibenden Eindruck beim Ahrweiler BC.

Foto 2:

Gerd Treffer, hier mit dem vierjährigen Kester.

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