„Einen guten Jugendspieler machen 50 % Charakter und 50% Talent aus“

Jugendleiter Gerd Treffer kann seit seiner Amtsübernahme in 2015 auf eine steil aufsteigende Erfolgskurve in der Nachwuchsabteilung des Ahrweiler BC zurückschauen, was in erster Linie ein Verdienst seines unermüdlichen Engagements ist. Dabei gelang es ihm gleichermaßen an den sportlichen, organisatorischen und personellen Stellschrauben so zu drehen, dass mittlerweile das Fundament für eine nachhaltig qualitativ hochwertige Jugendarbeit gelegt worden ist. Auch, bzw. gerade die soziale Komponente kommt bei dem Berufssoldat nicht zu kurz. „Einen guten Jugendspieler machen 50 % Charakter und 50% Talent aus“, so die Meinung Treffers, der selber seit seinen jüngsten Tagen als Fußballer dem ABC angehört. Wir haben mit Gerd Treffer zu der zurückliegenden Saison, in der die Jung-ABCler so erfolgreich wie lange nicht mehr waren und zur anstehenden Spielzeit ein kleines Interview gemacht.

 

Die A-Junioren sind in die Rheinlandliga aufgestiegen, die B-Junioren belegten als Aufsteiger in der Bezirksliga den dritten Rang, die D-Junioren haben erneut souverän die Klasse in der Bezirksliga gehalten und die E-Junioren gehörten zu den stärksten Teams im Kreis. So stark war der ABC im Juniorenbereich sportlich schon lange nicht mehr aufgestellt. Wie groß ist deine Freude darüber?

Gerd Treffer:

Die Freude darüber ist riesig. Einfach klasse, dass die umfangreiche, mühsame und harte Arbeit Früchte getragen hat. Ein Erfolg des Kollektivs der Spieler sowie des Trainer- und Betreuerteams unserer Jugendabteilung. Ihnen gebührt mein Dank und meine Anerkennung. Das alles unterstreicht die Tatsache, dass JUGENDARBEIT in den Reihen unseres Ahrweiler BC wieder großgeschrieben wird.

In welcher Altersgruppe ist der Erfolg für die ABC-Jugendlichen am wichtigsten?

Gerd Treffer:

Den Fokus haben wir nicht auf eine bestimmte Altersklasse gerichtet. Natürlich ist bspw. unsere A-Jugend das Aushängeschild der Jugendabteilung und ich bin sehr froh über den Aufstieg. Jedoch muss man sehen, dass die Grundlagen für den Erfolg zuvor geschaffen wurden. Eine insgesamt gute Jugendarbeit hat positive Auswirkungen auf unseren Seniorenbereich zur Folge. Denn nach wie vor ist es unser Ziel, möglichst viele gute Juniorenspieler in den Seniorenbereich zu integrieren, um somit die Identifikation des Umfeldes mit unseren Ahrweiler BC hoch zu halten.

Die erste Mannschaft ist in die Rheinlandliga aufgestiegen. Wie wichtig ist da, dass die Nachwuchsmannschaften auch so hoch wie möglich agieren?

Gerd Treffer:

Erstmals ein riesiges Kompliment an die Spieler und Verantwortlichen im Seniorenbereich, in welches ich insbesondere Lukas Röhle, Jonny Susa und Bekim Gerguri einbeziehen möchte. Dort wird eine sensationell gute Arbeit gemacht. Es gilt klar festzustellen, dass der Seniorenbereich wesentlich den Aufschwung unseres ABC in den letzten drei Jahren beflügelt hat. Für die Nachwuchsteams ist das enorm wichtig, dass der Seniorenbereich solch tolle Perspektiven mit einer 1. Mannschaft in der Rheinlandliga und einer 2. Mannschaft im Oberhaus der Kreisliga bietet. Es gilt mit dem Jugendbereich nun nachzuziehen und ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg dahin sind. Uns ist es wichtig, dass alle Altersklassen ab der D-Jugend überkreislich spielen, was uns schon fast gelungen ist. Jedoch sind kurzfristige Mannschaftserfolge oder das Erreichen von Meisterschaften  nicht das primäre Ziel. Das Erreichen und die Erhaltung möglichst hoher Spielklassen im Jugendbereich dient als Mittel zum Zweck für die Ausbildung unserer Jugendspieler. Dies ist dann besonders wichtig für unsere A-Jugend, damit der riesige Schritt von den Junioren in den Seniorenbereich kleiner wird.

Mal reines Zahlenwerk. Für wie viele Trainer und Trainerinnen, Spieler und Spielerinnen bist du in der kommenden Saison zuständig?

Gerd Treffer:

Wir sind stolz über 350 Kinder und Jugendliche zu haben, die sich aktiv am Spielbetrieb beteiligen. Die werden von einem Trainer- und Betreuerteam, das 35 Personen umfasst angeleitet. Und nochmals, die Hauptlast tragen diese 35 ehrenamtlich Tätigen an der Basis mehrmals die Woche auf und neben dem Platz.

Wo siehst du künftig die größten Herausforderungen?

Gerd Treffer:

Uns ständig weiterzuentwickeln, nie stehen zu bleiben und immer zu versuchen noch ein Stück besser zu werden und sich auf keinen Fall der Illusion hinzugeben, sich auf irgendwelchen Erfolgen ausruhen zu können.

Warum sollten sich Jugendliche für den Ahrweiler BC entscheiden?

Gerd Treffer:

Das sollen diese selber herausfinden. Ich merke, dass das einige getan haben und auch nach wie vor glücklich sind, sich für uns entschieden zu haben. Jedoch hat jeder Jugendspieler seine eigenen Kriterien, die für ihn wichtig sind. Entscheidend ist für mich, unsere jetzigen Spieler an uns zu binden. Die Attraktivität unseres ABC und in das Vereinsleben integriert zu sein, müssen dazu führen, dass es eigentlich eine einmalige Entscheidung und eine Herzenssache ist, ein Teil der ABC-Familie zu sein und zu bleiben.

Die typischen Straßenfußballer, für die die Lust am Kicken an erster Stelle steht,  scheinen auszusterben. Inwieweit sind die Kids von heute noch bereit sich zu quälen?

Gerd Treffer:

Die Wörter Kids und quälen passen nicht unbedingt zusammen. Vielleicht wären Spaß und Ehrgeiz die besseren Worte. Leider gibt es in unserer Gesellschaft kaum noch Raum für Straßenfußballer. Denn wenn sie auf den Straßen oder auf Grünflächen spielen, wird die Polizei gerufen wegen Ruhestörung oder groben Eingriff in den Straßenverkehr. Umso wichtiger, dass wir im Verein den Typ „Straßenfußballer“ fördern. Die Kids von heute wollen motiviert werden und Spaß haben. Ich bin mir sicher, wenn uns das gelingt, sind sie gerne bereit sich extrem zu motivieren und anzustrengen.

Wie steht es um die Verzahnung zwischen den Bereichen der Senioren und Junioren?

Gerd Treffer:

Die Fakten zeigen, dass diese beiden Bereiche sehr eng verzahnt sind. Viele Spieler aus dem Jugendbereich spielen im Seniorenbereich unseres Vereins. Die langsame aber bedachte Einbindung der Jugendspieler in den Seniorenbereich ist von hoher Qualität. Dieses ist auf die gute Zusammenarbeit mit Martin Schell, unseren Nachwuchskoordinator, zurückzuführen. Ebenfalls ein Indiz für eine enge Verzahnung ist die permanente Kommunikation auf allen Ebenen zwischen dem Senioren- und Juniorenbereich.

Wo lagen in der Vergangenheit die Schwerpunkte deiner Arbeit?

Gerd Treffer:

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt und lag darin, ein gutes Trainer- und Betreuerteam im Jugendbereich zu haben. Das ist gelungen und ist unabdingbare Grundlage für eine gute Jugendarbeit. Einen weiteren Fokus setze ich in der Identifikation der Spieler mit unserem  ABC. Ich glaube, dass wir dabei auch schon ein gutes Stück vorangekommen sind. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Des Weiteren möchte ich noch die Mitbestimmung der Spieler an Entscheidungen, die sie selbst betreffen fördern. Die Bereitschaft der Spieler, sowie der Personen ihres Umfelds, sich in die Vereinsarbeit einzubringen, um so die interessante aber auch zeitraubende Arbeit auf noch mehr Schultern zu verteilen, ist ebenfalls mein Anliegen. Hier bitte ich aber auch erneut um die Mithilfe vieler Vereinsmitglieder. Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, können wir gemeinsam noch viel erreichen.

 

 

 

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