Serie – Die ABC-Keeper (I): Alex Gorr

„Von nix kommt nix“ und „Aktion statt Reaktion“

Mit dieser Serie wollen wir in unregelmäßigen Abständen mal die Senioren- und Juniorentorhüter des Ahrweiler BC vorstellen. Beginnen wollen wir mit Alex Gorr, dem Torhüter der ersten Mannschaft.

Niemand anderes auf dem Spielfeld kann durch seine Leistungen einen Spielausgang so beeinflussen wie die Torhüter. Sie sind die letzte Instanz, wenn es um Sieg oder Niederlage, Sekt oder Selters geht. Der Grat zwischen dem Status Depp oder Hero ist für kaum einen anderen Sportler auf diesem Planeten so schmal, wie für die Keeper beim Fußball. Nur selten passen die Schlussmänner in das Profil eines Teamplayers. Sie sind die Einzelgänger innerhalb einer Mannschaft, die letzten Anarchos auf dem Fußballplatz – vielleicht sogar der Gesellschaft. Zumeist ein wenig mehr als 90 Minuten nicht richtig zu ticken, mutig und extrovertiert zu sein, Arroganz auszuleben oder vorzuspielen und den in Mode gekommenen Begriff Mentalmonster zu verkörpern, zeichnet u.a. einen guten Keeper aus. Sie sind nahe am Publikum dran und tragen sehr genussvoll und zuweilen auch lautstark den Konflikt mit den gegnerischen Anhängern aus, wobei sie es schaffen stets hochkonzentriert und voller Anspannung bereit zur nächsten Großtat zu sein. Ob es tatsächlich immer ein paar Kilo mehr auf den Rippen waren, die in frühesten Juniorenjahren dafür sorgten, dass die Laufbahn als Schlussmann im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen kam, sollte mal, sofern nicht schon geschehen, wissenschaftlich untersucht werden.  Häufig war es aber der richtige Entschluss sich fortan als Keeper zu betätigen. Keiner der anderen Feldspieler empfängt in den Reihen des eigenen Vereins so viel Zuneigung, Trost, Anerkennung und Aufmerksamkeit, aber auch Kritik negativer Art, wie die Männer und Frauen die zumeist noch traditionell die Nummer 1 auf dem Rücken haben.

„Man muss am wenigsten laufen und kann am meisten dirigieren“, so Alex Gorr zu seinen Beweggründen sich als Torhüter zu betätigen. Im Nachhinein betrachtet ein kluger Entschluss des damaligen D-Junioren, denn auch im fortgeschrittenen Torhüter-Alter hat sich da nicht viel geändert. Dabei hätte der Geschäftsführer seines eigenen Unternehmens, SAP-Experten-Vermittlung, allen Grund auf dem Höhepunkt seiner Karriere die Fußballschuhe nebst seinen Torwarthandschuhen an den Nagel zu hängen. „Einmal mit Alex Dick in einer Mannschaft zusammenspielen zu dürfen“, so der augenzwinkernde Gorr auf die Frage nach seinem größten sportlichen Erfolg. In den Juniorenabteilungen des Bonner SC und VfL Rheinbach, hier spielte er mit dem in Ingolstadt unter Vertrag stehenden Profi Moritz Hartmann zusammen, durchlief der sehr fordernde und kaum einer Diskussion aus dem Wege gehende Schlussmann, der seit Beginn der letzten Saison den Kasten des ABC zumeist sauber hielt, die „Grundausbildung“ zum Schlussmann. Im Seniorenbereich genoss Gorr bereits schon beim SV RW Merl das Vertrauen von ABC Chef-Jonny Susa, was er, wie auch aktuell beim ABC, konstant mit guter Leistung zurückzahlte. Unter anderem stand Alex Gorr auch in den Diensten des VfL Meckenheim, TSV Schott Mainz und TuRa Oberdrees. Dabei reichte es bis zur Spielebene der Landesliga.

„Mir gefällt beim ABC, dass es dort mit einem fähigen Vorstand sehr familiär, dennoch bereits ab der Jugend aber leistungsorientiert zugeht.“ (Alex Gorr)

Insgesamt ist der Ahrweiler BC bereits die achte Station für den im Kölner Westen lebenden Routinier, der sich aber trotz des hohen zeitlichen Aufwandes beim Traditionsklub an der Ahr sehr wohl fühlt und ggf. dort auch in einigen Jahren seine aktive Laufbahn beenden möchte. Zuvor will er aber noch tatkräftig daran mitwirken, den Sprung zumindest bis in die Rheinlandliga zu realisieren.

Innenverteidiger Alexander Dick bringt die Stärken des 31jährigen auf den Punkt. „Alex ist ein echter Typ, der vorangeht und die Mannschaft auch führt. Er hat seine Stärken im  „1 gegen 1“ und zeigt sehr gute Reflexe. Alex will immer gewinnen und lebt das auch so vor.“ Auch als Motivator sticht die die Nummer 1 des ABC hervor. Zudem besitzt er die Qualität Partien ganz alleine zu entscheiden. Die Präsenz, die Fähigkeit seine Vorderleute zu leiten und konstant gute Leistungen über viele Jahre hinweg zu zeigen, machen für Alex Gorr, der nach eigener Aussage in seiner Karriere am meisten von seinem aktuellen Torwarttrainer Jasmin Ibrahimovic profitierte hat und dem Titan Oliver Kahn und die Torwart-Legende des VfL Rheinbach und VfL Alfter, Klaus Schnieber, als Vorbild dienen, einen guten Torhüter aus. Nachwuchskeepern rät er stets lernbegierig zu sein und sich nie mit dem Erreichten zufrieden geben.

„Alex Gorr ist ein charakterstarker Spieler, der bestens zu uns passt. Er hat eine gute Strafraumbeherrschung, gute Reflexe und ist auch als Torwart ein Führungsspieler, der für das gesamte Team sehr wichtig ist.“ (Jonny Susa, Cheftrainer Ahrweiler BC)

Als Mensch und Torwart ist Gorr eine Bereicherung für den ABC. Wenngleich es da gar keinen so großen Unterschied gibt. „Ich versuche da ziemlich authentisch zu sein“, so Gorr, welcher beim Fußball jedoch eher mal seine extrovertierte Seite auslebt und auch mal „explodiert“. Privat neigt er eher dazu ausgeglichener und analytischer zu reagieren. Für die erste Mannschaft kommt es in den folgenden Wochen auch, vielleicht sogar in erster Linie, auf ihren Schlussmann an. Aber das dürfte kein Problem sein mit einem Keeper, dessen Lebensmotto „Von nix kommt nix“ und „Aktion statt Reaktion“ ist.

 

Schreibe einen Kommentar