Interview mit Rani Fhile (B-Junioren) und Vinzenz Schneider (A-Junioren) – Aller Anfang ist (nicht immer) schwer

„Ich hätte nicht gedacht, dass der ABC so ein krasser Verein ist…“

Rani Fhile und Vinzenz Schneider kamen im Sommer vom FC Blau-Weiß Friesdorf und dem Grafschafter SV zum ABC-Nachwuchs in die Reihen der B- und A-Junioren. Beide suchten eine neue, in erster Linie sportliche Herausforderung und scheinen diese in den Teams der jeweiligen Chefcoachs Jeffrey Yankey und Thomas Meyer auch gefunden zu haben. Wir haben uns mit den beiden sympathischen Sommerzugängen mal getroffen und ein kleines Interview zu deren ersten halben Jahr beim ABC gemacht.

Der 17jährige Vinzenz Schneider war seit den Bambinitagen für den Grafschafter SV aktiv. Der schnelle Rechtsfuß, dessen linker Fuß aber auch sehr brauchbar ist, fühlt sich auf der offensiven Außenbahn am wohlsten. Von seinem ehemaligen Trainer Jeffrey Yankey hat „Vinz“ nach eigenen Bekunden am meisten profitiert: „Jeffrey hat mich zu der Persönlichkeit gemacht, die ich heute bin“, so der Fan des 1. FC Köln.

Rani Fhile ist 16 Jahre alt und kam vom Bonner Verein FC BW Friesdorf zum ABC. Er war aber auch schon für den SC Ließem, VfL Meckenheim, SC Muffendorf und die JSG Bengen aktiv. Ehrgeiz und Kampfgeist stehen bei dem zentralen Mittelfeldspieler an oberster Stelle. Ähnlich wie bei Schneider ist auch Fhile ein Rechtsfuß mit einem ordentlichen Linken. Von seinen bisherigen Coachs hebt der Fan des FC Bayern München besonders Julian Baldus, Dennis Kowalski und Pascal Kleve hervor, mit denen er beim SC Ließem zusammenarbeitete.

Ihr seid seit Saisonbeginn beim ABC. Wie sieht eure Zwischenbilanz aus?

Vinzenz Schneider:

Ich bin sehr zufrieden und überwältigt von dem Verein und meinem Trainer. Es passt alles und der Erfolg ist da.

Rani Fhile:

Ich finde die komplette Atmosphäre im Team und Verein richtig gut. Ebenso meinen Trainer Jeffrey Yankey, der sehr viel mit uns arbeitet und gute und moderne Methoden anwendet. Z.B. die Videoanalyse.

Der beste Joker, den wir jemals gesehen haben und der beste Teamplayer, den man sich vorstellen kann. Trotz hoher Trainingsbeteiligung und teilweise überragenden Spielen setzt Vinzenz sich ohne negative Gedanken auf die Bank und brennt jede Minute, die er spielt. Menschlich und spielerisch ist Vinzenz Schneider ein Garant für unseren Erfolg!“ (Thomas Meyer, Coach der A-Junioren)

Was sind die größten Unterschiede zu euren bisherigen Vereinen?

Vinzenz Schneider:

Die Atmosphäre. Man hat viel mehr miteinander zu tun. Man spricht viel miteinander. Auch mit Vereinsangehörigen,  die gar nicht zur A-Jugend gehören. So haben wir uns bspw. zusammen das Pokalspiel der ersten Mannschaft gegen RW Koblenz angesehen.

Rani Fhile:

Es ist familiärer. Es gibt auch Kontakte zum Vorstand. Bei anderen Vereinen war ich nur ein Spieler unter vielen. Hier kannte mich fast vom ersten Tag an jeder persönlich mit Namen und grüßte mich.

Ist alles so eingetroffen, wie ihr euch das im Vorfeld des Vereinswechsels vorgestellt hattet?

Vinzenz Schneider:

Ja, ich wusste aber natürlich, dass der sportliche Anspruch höher ist. Hier muss man für einen Stammplatz richtig kämpfen.

Rani Fhile:

Ich hatte nicht gedacht, dass der ABC so ein krasser Verein ist und war überrascht, dass überall so ein diszipliniertes Verhalten herrscht.

Was waren die Gründe für den Vereinswechsel?

Vinzenz Schneider:

Die sportlichen Umstände mit der Gründung der JSG Grafschaft waren bei mir ein Grund zu wechseln. Man bekam natürlich mit, dass sich beim ABC was getan hatte. Die gesamte Entwicklung des Vereins und natürlich der sportliche Anreiz in der Bezirksliga zu spielen, waren für mich ausschlaggebend.

Rani Fhile:

Ein Wohnortwechsel und eine Auseinandersetzung mit meinem ehemaligen Trainer waren bei mir die Gründe für den Vereinswechsel. Zum ABC ging es, weil man überall mitbekommt, dass sich hier etwas tut.

„Rani ist ein Riesengewinn für die Mannschaft und den Verein. Nicht zuletzt auch wegen seiner tollen Eltern, die den Verein ebenfalls bereichern. Er ist ein Spieler mit sehr hoher Präsenz, technischen Fähigkeiten und defensiver Qualität. Gerade in der Defensive hilft ihm seine Aggressivität, welche er manchmal aber noch besser kanalisieren muss. Als Gesamtpaket wird er immer stärker und ist im Team angesehen und gut integriert. Er entwickelt sich immer mehr zu einem echten Führungsspieler. Er hat aber auch noch Defizite, auf die ich ihn bereits hingewiesen habe. Sollten wir diese gemeinsam im nächsten halben Jahr abstellen können, so steht dem nichts im Wege, dass er kurzfristig ab der nächsten Saison bei den A-Junioren und mittelfristig bei den Senioren seinen Weg machen wird. Wir sind alle sehr froh, dass er im Team ist.“ (Jeffrey Yankey, Coach der B-Junioren)

Die A-Junioren sind als Tabellenzweiter der Bezirksliga mitten im Aufstiegskampf zur Rheinlandliga. Du hast mit sieben Treffern die meisten Tore für dein Team erzielt. Dein Coach Thomas Meyer sagt über dich: „Bester Joker und bester Teamplayer den man sich vorstellen kann. Menschlich und spielerisch ein Garant für den Erfolg des Teams.“ Und tatsächlich, zuletzt kamst Du meist von der Bank. Sorgt das bei dir mehr für Enttäuschung oder Motivation?

Vinzenz Schneider:

Auf der Bank zu sitzen gibt mir nochmals zusätzlich einen Schub. Wohl eher ein Ansporn als eine Enttäuschung.

Seid ihr mit dem sportlichen Abschneiden eurer Teams zufrieden?

Vinzenz Schneider:

Eigentlich gibt es nicht viel zu beklagen. Aber bspw. mit der Niederlage gegen Immendorf kann man nicht zufrieden sein. Ebenso die Partie gegen Emmelshausen. Manche Spiele sind noch zum Haare raufen. Aber wir zeigen zumeist, dass die Rheinlandliga unser Ziel ist.

Rani Fhile:

Ja, auch wenn wir „Ohrfeigen“ gegen schwächer eingeschätzte Mannschaften bekommen haben.

Rani, du kamst zu Saisonbeginn etwas schwer in Tritt, bist aber aktuell einer der Leistungsträger im Team. Wo hatte es zu Beginn gehakt?

Rani Fhile:

Es war für mich ein komplett neues Spiel. Im Bonner Raum war ich eine aggressivere Spielweise gewöhnt und ich kam nicht direkt mit dem defensiven Verschieben klar. Es waren viele neue Dinge für mich, an die ich mich erst mal gewöhnen musste.

Was findet ihr beim ABC nicht so gut, bzw. würdet ihr verändern wollen?

Vinzenz Schneider:

Wöchentlich dreimal Training und ein Spiel ist schon echt viel. Das merkt man körperlich. Es hat Vor- und Nachteile. Es ist aber gerade in der Oberstufe schwierig.

Rani Fhile:

Nichts. Ich finde alles voll okay.

Hattet ihr einen sogenannten Schlüsselmoment in der Vorrunde?

Vinzenz Schneider:

Ende der letzten Saison hatte ich mir den Arm gebrochen. Nach einer langen und intensiven Vorbereitungsphase war dann das Pokalspiel bei meinen alten Klub die Bestätigung dafür, dass ich alles richtig gemacht habe. Und natürlich die vier Tore in einer Halbzeit gegen Lahnstein.

Rani Fhile:

Den einen Schlüsselmoment gab es nicht. Ich kam von Spiel zu Spiel immer mehr rein.

Eure Eltern sind fast bei jedem Spiel dabei. Wie wichtig ist das für euch?

Vinzenz Schneider:

Auf jeden Fall wichtig. Da mein Vater früher mein Trainer war, ist es für mich natürlich auch Gewohnheitssache. Es ist für mich persönlich aber auch sehr wichtig. Ich freue mich auch über Lob von der Familie.

Rani Fhile:

Mein Vater war immer dabei. Das ist auch für mich Gewohnheit. Ich freue mich, wenn die Familie sich für mich die Zeit nimmt. Man darf oder soll die Familie nicht enttäuschen. Es pusht mich auch immer ein wenig.

Wie würdet ihr eure Trainer beschreiben?

Vinzenz Schneider:

Die sind alle sehr ehrgeizig und jung, wissen was sie wollen und machen das super. Die Trainer gehören zum Team und sind wie Freunde, geben aber den Ton an. Trotzdem ist man jederzeit für Anregungen offen. Ich komme mit allen fünf Trainern super klar.

Rani Fhile:

Ein sehr erfahrenes Trainerteam. Unser Athletik-Coach Rainer Stein und Joe Yankey sind für mich auch wie (alters)weise Berater.

Was ist das sportliche Ziel eurer Teams?

Vinzenz Schneider:

Klares Ziel ist der Aufstieg. Wir dürfen unseren Trainer Thomas Meyer dann die Haare abrasieren. Das muss unser Ziel sein.

Rani Fhile:

Unser Ziel sollte sein aufzusteigen. Wir müssen konstanter und erwachsener spielen.

Neuer Trainer, neuer Verein, neues Umfeld. Gab es die eine oder andere Person. Die euch zu Beginn das Einleben besonders erleichtert hatte:

Vinzenz Schneider:

Wir hatten viele Neue. Die hatten die gleichen Probleme wie ich. Thomas Meyer hat uns mit seiner Art das Leben sehr leicht gemacht. Auch der Kontakt zu meinem alten Trainer Jeffrey Yankey (Anm: Trainer der B-Junioren), der mich schon im Vorfeld gut beraten hatte, nutzte mir sehr.

Rani Fhile:

Ich war ja eigentlich für die A-Junioren angedacht. Nachdem ich bereits die Qualifikationsspiele zur Bezirksliga der B-Junioren gesehen und Kontakt zu dem Trainer Jeffrey Yankey hatte, wollte ich nach einem Probetraining dann doch zu den B-Junioren. Jeffrey machte es einem leicht, zumal ich ja auch nicht der einzige neue Spieler war. Ich kannte bspw. schon Nikola Roguljic, der aus Westum zum ABC kam.

„Vinzenz Schneider und Rani Fhile verkörpern alles, was wir in unserem Ahrweiler BC unter einem guten Spieler verstehen. Ein guter Spieler ist nämlich nach unserer Bewertung nicht nur derjenige, der alle Grundtechniken des Fußballs in Perfektion beherrscht. Wichtig ist uns auch, dass ein freundlicher Umgang und gegenseitiger Respekt als selbstverständlich gilt sowie die Bereitschaft, sich in den Verein einzubringen und mit seinen Mitspielern und Trainern in positiver Art zu kooperieren. Sowohl Vinzenz als auch Rani sind diesbezüglich vorbildlich. Ich freue mich jedes Mal erneut, wenn ich den Jungs begegne. Die Gespräche mit beiden bereiten mir Freude und ich finde es absolut klasse, dass Vinzenz als auch Rani so toll von Ihren Familien unterstützt werden. Also rundum zwei klasse Typen und Spieler, die ein Gewinn für unseren Ahrweiler BC sind.“ (Gerd Treffer, Jugendleiter, Ahrweiler BC)

Würdet ihr mit dem Kenntnisstand von heute den Wechsel zum ABC nochmals vollziehen?

Vinzenz Schneider:

Auf jeden Fall – Gar keine Frage! Ich bin richtig aufgeblüht und habe mich fußballerisch weiterentwickelt.

Rani Fhile:

Ganz sicher. Es gibt nicht einen Punkt, wo ich der Meinung sein könnte, dass es hätte anders sein müssen oder können.

Foto:

Die beiden Sommerzugänge Rani Fhile (l.) und Vinzenz Schneider sind gut angekommen beim ABC,

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