Positive Entwicklung der Junioren-abteilung – Jugendleiter Gerd Treffer sieht zuversichtlich der Zukunft entgegen

BAD NEUENAHR/AHRWEILER – Auch nach der Herbst- bzw. Hinrunde steht das Stimmungsbarometer beim ABC-Nachwuchs auf Hoch. „Alle Zielsetzungen seit dem letzten Sommer konnten im Wesentlichen erreicht werden“, so die Zwischenbilanz von Jugendleiter Gerd Treffer in der Winterpause. Also, alles bestens bei den Jung-ABClern? Wie geht es weiter, was sind die vorderrangigen Ziele und mit welchem Personal möchte man diese erreichen? Diese Fragen und noch einiges mehr haben wir unseren Jugendleiter Gerd Treffer in einem Interview gestellt.

 Hallo Gerd, nun ist ja Winterpause und der Spielbetrieb mit Ausnahme der Hallenturniere liegt brach und du hast Zeit für ein kleines Interview. Oder hat der Jugendleiter des ABC auch in der fußballlosen Zeit seine Aufgaben zu machen? Was steht aktuell ganz oben auf der ToDo-Liste?

Gerd Treffer:

Puh, irgendwie scheint alles ganz oben zu stehen. Die Fertigstellung und Umsetzung unseres Ausbildungskonzeptes, welches wir momentan in einer kleinen Arbeitsgruppe erarbeiten, sei hier jedoch zuerst genannt. Ferner die Zusammenstellung des Trainerteams für die Saison 18/19 sowie auch die Organisation des Trainerlehrgangs Teamleiter Jugend, den wir zuletzt dem Fußballverband Rheinland im Apollinarisstadion durchführten.

Im Frühjahr 2015 spielten nur die D-Junioren überkreislich in der Bezirksliga und ein Großteil der Jung-ABCler-Teams schaffte es nicht in Leistungs- und Kreisklassen um die vorderen Plätze mitzuspielen. Dazu mangelte es gerade im Bereich des Großfeldes an Toptalenten, die versprachen im Seniorenbereich Leistungsträger werden zu können. Was ist seitdem geschehen? Oder profitiert der ABC aktuell nur zufällig von starken Jahrgängen?

Gerd Treffer:

Ehrlich gesagt ist das alles andere als zufällig. Es zählte schon immer zu den Zielen des Ahrweiler BC mit allen Jugendteams überkreislich zu spielen. Dieses zu verwirklichen ist alles andere als einfach. Neben akribischer Arbeit gehört da immer ein großes Stück Glück und eine wahnsinnige Energieleistung dazu. Am Ende einer langen Saison sich nochmals aufzurappeln, um in den Relegationsspielen nochmals seine beste Leistung abzurufen ist schon hammerhart. Dieses ist uns mit zwei Teams gelungen und das dritte Team scheiterte sehr knapp.

Und was noch?

 Gerd Treffer:

Das Trainer/Betreuerteam. Die Qualität in der Jugendarbeit ist im Wesentlichen von diesem abhängig. Du kannst die besten Rahmenbedingungen der Welt schaffen, ohne ein gutes Trainerteam wird man nicht erfolgreich agieren können. Ich bin stolz und glücklich, aktuell so klasse Übungsleiter in unseren Reihen zu sehen. Da ist der Hauptgrund für den positiven Trend in unserem Ahrweiler BC.

Wie muss man sich das vorstellen? Gibt es beim ABC neben dem Spieler- auch ein Trainerscouting?

Gerd Treffer:

Nein, das gibt es nicht. Wir haben niemanden, der andere Trainer beobachtet. Die guten Trainer machen von selbst auf sich aufmerksam. Es ist wichtig, unsererseits attraktive Bedingungen für Trainer zu schaffen und Anreize für gute Coaches zu schaffen, sich uns anzuschließen. Ferner achten wir darauf, junge Trainertalente in den eigenen Reihen zu entdecken, aufzubauen und zu fördern.

 Welchem Anforderungsprofil sollte bspw. ein Übungsleiter für den Bereich E-, F-Junioren und Bambinis entsprechen? Reicht der Spaß am Umgang mit Kindern, die Bereitschaft, sich weiterzubilden ohne dabei fußballerische Vorkenntnisse zu haben?

Gerd Treffer:

Die Hauptaufgabe des Kindertrainers ist die Vermittlung von Freude und Motivation für das Fußballspielen sowie von sozialen Kompetenzen. Die Trainingsgestaltung und Betreuung der Kinder richten sich dabei nicht nach dem kurzfristigen Erfolg, also dem Ergebnisfußball. Der Kindertrainer coacht effektiv, erfolgsorientiert an alters- und entwicklungsgerechten Maßstäben. Der Kindertrainer muss sich dabei immer seiner Vorbildfunktion und Autorität in jeder Situation auf und neben dem Platz bewusst sein. Diese Dinge sind sowohl elementare Grundsätze der Trainerausbildung bei den regionalen Fußballverbänden, als auch unserer Ausbildungsphilosophie. Der Spaß und die Eignung, dementsprechend mit Kindern im Rahmen des Fußballspielens zu arbeiten, muss bei potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten zwingend vorhanden sein.

Und wie sieht es mit Voraussetzungen der Coachs für die älteren Jahrgänge aus?

Gerd Treffer:

Ähnlich, die Tugenden, die ich für den Kindertrainer beschrieb, gelten hier grundsätzlich genauso. Ein Jugendtrainer ist jedoch vor allem Erzieher. Hier steht die Entwicklung zu starken Persönlichkeiten im Fokus. Dabei ist die Chance des Fußballs, dass Jugendliche, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, soziale Kompetenzen vermittelt bekommen können. Respekt, Toleranz, Teamgeist, Fair-Play-Gedanke, Siegeswille und damit verbunden Selbstbewusstsein sind einige der Kompetenzen, die ein Jugendtrainer vermitteln muss, gepaart mit der Herausbildung einer positiven Einstellung zum leistungsorientierten Fußball.

Gibt es beim ABC, bzw. ist es so geplant, ab einem gewissen Alter den Leistungsbereich umfassender im Auge zu haben als den Breitensportbereich?

Gerd Treffer:

Ja, das ist es. Wir wollen ab dem C-Jugendbereich leistungsorientiert vorgehen.

Im Bereich der Großfeld-Junioren wird zumeist dreimal die Woche trainiert. Wäre es aufgrund der Platzbelegung möglich, das noch zu steigern?

Gerd Treffer:

Generell ist die Anzahl der Trainings von vielen Faktoren abhängig. Nicht zuletzt von der Verfügbarkeit der Spieler, der Trainer und des Platzes. Wir sind sehr glücklich, auf so tolle Plätze zurückgreifen zu dürfen. Das Engagement der Stadt Bad Neuenahr – Ahrweiler diesbezüglich ist überragend. Aktuell sehe ich jedoch wenig Spielraum, in der Platzbelegung die Anzahl der Trainingseinheiten zu erhöhen. Wir können die Spieler ja nicht während des Trainings auf dem Platz „stapeln“.

Und wie sieht es mit der Benutzung anderer Plätze im Stadtgebiet aus?

Gerd Treffer:

Da fehlt mir absolut der Überblick. Ich kann hier nur für die Spielstätten sprechen, die wir nutzen.

Wäre es da nicht sinnvoll lokale Kooperationen (Stichwort Gastspielerlaubnis) mit Nachbarclubs einzugehen?

Gerd Treffer:

Wir haben aktuell ein sehr gutes Verhältnis und Miteinander mit unseren Nachbarvereinen. Eine enge Kooperation muss immer eine sogenannte Win-Win-Situation ergeben. Wir waren und sind Kooperationen gegenüber immer aufgeschlossen. Langfristig gesehen glaube ich, dass es erforderlich sein muss, großräumiger zu denken um den Fußball in unserer Kreisstadt und Umgebung noch weiter voranzubringen. In naher Zukunft sehe ich jedoch unsererseits keinen Handlungsbedarf, da wir erstmals unsere eigenen „Hausaufgaben“ machen müssen.

Wie sieht es generell aus mit dem Interesse von Nachwuchsspielern, sich dem ABC anzuschließen? Gibt es eine hohe Anzahl an Anfragen von Eltern und Jugendlichen?

 Gerd Treffer:

Der Zuspruch in letzter Zeit ist überwältigend. Leider sind wir in Teilbereichen nicht mehr in der Lage, neue Spieler aufzunehmen, da sonst die Qualität unter der Quantität leidet.

Ist es das Ziel des ABC, den Nachwuchs bestmöglich zu fördern, sodass im Optimalfall die Spieler an die eigene erste Seniorenmannschaft herangeführt werden und was ist mit den Aktiven, die den Sprung nicht schaffen?

Gerd Treffer:

Ja, das steht an hoher Stelle der Ziele der Jugendarbeit in unserem ABC. Hier legen wir ein sehr großes Augenmerk darauf, möglichst viele Juniorenspieler in den eigenen Seniorenbereich zu integrieren. Dass uns es nicht bei allen gelingt, liegt in der Natur der Sache, da unsere Nachbarvereine ja auch nicht schlafen. Bei uns gibt es eine enge Verzahnung zwischen dem Junioren- und Seniorenbereich. Mit meinem Vorstandskollegen Lukas Röhle, der für den Seniorenbereich zuständig ist, arbeite ich da „Hand in Hand“. Darüber hinaus bin ich froh, mit Martin Schell einen Nachwuchskoordinator „Großfeld“ in den eigen Reihen zu haben, der dieses auf seiner Fahne stehen hat und weiß, wie wichtig es ist, die Jungs in unserem ABC zu halten. Unsere Trainer des Seniorenbereiches sind sich wohl der Source „Jugendabteilung“ bewusst. Wer sich den Kader unserer  Seniorenmannschaften genauer anschaut, wird unweigerlich auch zu diesem Schluss kommen.

 Gibt es eine einheitliche Spiel-Idee/Philosophie nach der im Juniorenbereich gearbeitet und gespielt werden soll?

Gerd Treffer:

Na klar, fußballerisch orientieren wir uns an der Philosophie, ein ballbesitzorientiertes Positionsspiel zu etablieren – auf den Punkt gebracht: Wir wollen immer den Ball haben!

Haben die Übungsleiter beim ABC einen ausreichend großen Freiraum, ihrer Tätigkeit nachzugehen?

Gerd Treffer:

Ja, den besitzen sie. Jedoch erachte ich es als sehr wichtig, richtungsweisende Vorgaben seitens der Vereinsführung zu machen.

Wäre es nicht sinnvoll die Teams künftig in U-Mannschaften aufzustellen? So würden die Spieler bspw. gerade im U 17 und U 16 Bereich, wo die Unterschiede in der Körperlichkeit und Physis sehr weit auseinandergehen können, zumindest im Training nur mit körperlich gleichstarken Akteuren agieren?

Gerd Treffer:

Die Aufteilung nach Spielstärke macht Sinn, um so alle Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand fördern zu können. Nur in homogenen Gruppen kann das Training auf die jeweilige Spielstärke angepasst werden, ohne dass jemand über- oder unterfordert wird. In welcher Form das zukünftig umgesetzt wird, ist Gegenstand unseres Ausbildungskonzeptes, welches wir momentan in einer Arbeitsgruppe erarbeiten.

Deiner Meinung nach ist der wichtigste Eckpfeiler der Nachwuchsarbeit die Qualität der Trainer. Ist man beim ABC demnach auch bereit für einen qualifizierten und überzeugenden Anwärter ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen?

Gerd Treffer:

Wir haben keine tiefe Taschen. Für unsere Jugendabteilung steht nur ein gewisses, klar definiertes und beschränktes Budget zur Verfügung. Wir versuchen neue, gute potentielle Kandidatinnen und Kandidaten für einen Trainerposten von unserem Gesamtpaket zu überzeugen und wie man sieht, ist uns das in naher Vergangenheit gut gelungen. Für die neue Saison wurden die ersten Pflöcke eingeschlagen, was aber nicht heißt, dass alle Übungsleiter für die Teams der kommenden Saison bereits gefunden sind. Ich freue mich auch weiterhin über entsprechende Anfragen von qualifizierten und hoch motivierten Personen.

Was würdest du als deinen größten sportlichen Erfolg während deiner Tätigkeit als Jugendleiter bezeichnen

Gerd Treffer:

Der größte Erfolg ist meines Erachtens die Tatsache, dass die Spielerinnen und Spieler sich wieder mit dem Verein identifizieren. Sie spielen gerne in unserem Ahrweiler BC und sind Teil der ABC-Familie. Diese Feedbacks bekomme ich immer mehr und das ist riesig.

Wer sind lokal eigentlich die größten Mitwettbewerber im Juniorenbereich?

Gerd Treffer:

Es wäre unfair, hier jemanden herauszustellen. Jeder Verein verfolgt eine andere Philosophie und somit Ziele. Insofern ist ein Vergleich hier schwer anzustellen im lokalen Bereich. Wenn ich über die lokalen Grenzen hinausschaue, blicke ich mit Respekt auf die Arbeit, die in den Jugendabteilungen bei der SG 99 Andernach sowie bei der SG 2000 Mülheim-Kärlich gemacht wird.

Aktuell scheinen die B-Junioren im Aufstiegsrennen in der Bezirksliga außen vor zu stehen, obwohl gegen die beiden enteilten Tabellenersten Emmelshausen und Bad Bodendorf jeweils ein Heimsieg gelang und Bad Bodendorf in der Vorsaison leistungsmäßig hinter den Jung-ABClern lag. Hat die Truppe enttäuscht?

Gerd Treffer:

Nein, ganz im Gegenteil. Die Truppe hat klasse gespielt und zur Winterpause einen hervorragenden dritten Platz erreicht. Wir sind Neulinge in der B-Jugend Bezirksliga und wollen uns hier etablieren und eine bestmögliche Platzierung erreichen. Das ist uns gelungen und damit sind wir hochzufrieden. Ein Kompliment an die Truppe und insbesondere an Jeffrey Yankey und seinem Trainerkollegen.

Was würdest du beim Juniorenfußball am liebsten verändern wollen?

Gerd Treffer:

Ich fände es gut, wenn bis einschl. E-Jugend ohne Ergebnisse und auch ohne Tabelle gespielt würde und die Spiele bis zur E-Jugend in noch kleineren und mehreren Teams nebeneinander durchgeführt werden. Viele Aktionen am Ball für alle sind wichtig wie sie z.B. bei Anwendung des Minifußballs „FUNino“ gefördert werden.

Wie sehen mittel- bis langfristig deine Wünsche bezüglich der Juniorenabteilung und des Gesamt- Vereins aus?

Gerd Treffer:

Eigentlich, dass die positive Stimmung, das tolle Miteinander und der Spaß mit dem alle ABCler dabei sind weiterhin anhalten. Das sind die Bedingungen für alle weiteren Wünsche, die dann auch irgendwann unter solchen Rahmenbedingungen in Erfüllung gehen.

Vielen Dank für das Interview.

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