Interview mit Sport-physiotherapeut Tobias Steffes – „Ein echter Gewinn für unsere Jugend-abteilung“,…

…so Jugendleiter Gerd Treffer zum umfangreichen Engagement von „Tobi“ Steffes beim ABC. Und das gilt nicht alleine wegen seiner ausgezeichneten fachlichen Qualitäten. Auch menschlich ist der 26jährige ein Zugewinn für die ABC-Familie, den niemand mehr missen möchte. Gerade bei den Juniorenspielern der A- C-Junioren genießt der Sportphysiotherapeut, der seit dem Frühjahr 2017 die physiotherapeutische Betreuung des ABC-Nachwuchses ausübt,  ein Höchstmaß an Vertrauen und Anerkennung und Dankbarkeit. Auch die Trainer bewerten die Zusammenarbeit mit Steffes sehr positiv: „Ich bin sehr froh, dass Tobi uns entlastet. Er kümmert sich um die einzelnen Spieler und betreut sie hervorragend“, weiß A-Junioren Chef-Coach Thomas Meyer zu berichten.

Wie kam es zum Engagement beim ABC?

Tobias Steffes:
Ich interessiere mich seit langer Zeit für den Sport, durch meine Ausbildung umso mehr für die Prävention und Rehabilitation im Freizeit- und Leistungsbereich.

Was ist dein Aufgabenbereich beim ABC?

Tobias Steffes:
Neben meinem Kollegen Jan Adeneuer, welcher für die Betreuung im Seniorenbereich zuständig ist, betreue ich die Jugendmannschaften des ABC. Meine Aufgaben beziehen sich zum größten Teil auf die primäre und sekundäre Rehabilitation der Sportler. Das bedeutet, dass ich in Zusammenarbeit mit dem Trainer- und Betreuerteam einer Mannschaft dafür sorge, dass ein verletzter Spieler eine best- und schnellstmögliche Genesung erfahren kann. Leider bedeutet das  hin und wieder auch, dass die verletzten Spieler ganz aus dem Training genommen werden müssen, um die verletzten Strukturen vor allem auf lange Sicht gesund zu halten.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Tobias Steffes:
Sehr unterschiedlich. Ein klassischer Fall wäre zum Beispiel, dass sich ein Spieler während eines Spiels durch einen Zusammenstoß mit einem Gegenspieler verletzt. Um diesem nach der ersten Schmerzstillung helfen zu können ist es von immenser Bedeutung, genau zu differenzieren, welche Strukturen betroffen sind und was das Hauptproblem durch den vorangegangenen Zusammenstoß dieser Strukturen ist. Ein sehr häufig im Fußball vorkommendes Problem ist die sogenannte Kontinuumsdistorsion. Hierbei kommt es zu einer Störung des Übergangs zwischen Muskelsehne und Knochen. Ist dies bei dem Spieler der Fall, so lässt sich das Problem in Sekundenschnelle beheben und er kann wieder ohne Einschränkungen das Spiel fortsetzen.

Was macht aus der Sicht eines Physiotherapeuten eine gute Spiel Vor- und Nachbereitung aus?

Tobias Steffes:
In der Vor-, Während- und Nachbereitung sollte man jeden Spieler individuell betrachten. Der physische, aber auch der psychische Aspekt spielt hierbei eine große Rolle, da sich beide Faktoren sehr stark beeinflussen. Das bedeutet, dass es nicht nur um ein gutes Aufwärmprogramm, ein effektives Dehnkonzept oder die Taktikbesprechung geht, sondern auch um das sogenannte Abholen und Mitnehmen eines jeden Spielers. Jeder Einzelne fährt mit unterschiedlichen Voraussetzungen zu einem Spiel. Der eine kommt gerade aus dem Urlaub, der nächste hatte einen schlechten Tag auf der Arbeit oder in der Schule, der andere spielt vielleicht gegen seine ehemaligen Teamkollegen. Jeden gilt es aus seiner momentanen Situation „abzuholen“, um in Gänze ein Team bilden zu können, in dem man sich aufeinander verlassen kann. Ist das nicht gegeben, kann man seine Konzentration nicht auf den Platz bringen und seine Fähigkeiten nicht abrufen. Das steigert das Verletzungsrisiko.

Welche Beschwerden musst du am häufigsten behandeln?

Tobias Steffes:
Wie bereits durch die Kontinuumsdistorsion leicht angeschnitten, stehen Probleme des Bindegewebes und der Muskulatur im Vordergrund. Diese sind einerseits auf die Haltung und Bewegungsdefizite (langes Sitzen in der Schule, Kopf-hängen-lassen beim durchscrollen diverser Instagram-Posts,…), andererseits auf das Wachstum zurückzuführen.

Wie lange dauern die Verletzungen oder Behandlungen im Durchschnitt?

Tobias Steffes:
Eine Frage, die auch auf Kongressen noch viel diskutiert und leider immer noch nicht richtig beantwortet werden kann. Eine Behandlung lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Back to Structure (die Zeit, in der die verletzten Strukturen ausheilen), back to Function (die Zeit, in der die verletzten Strukturen ihre Aufgaben und Funktionen wieder übernehmen) und back to Competition (die Zeit, in der die verletzten Strukturen wieder Maximalbelastungen standhalten können). Erst, wenn das erste Ziel (bts) erreicht ist, kann man sich dem nächsten (btf) widmen. Jede Phase kann zeitlich leider sehr stark variieren. So kann man nie genau sagen, ab wann der Sportler wieder ohne Restrisiko auf den Platz darf.

Inwieweit hast du Einfluss und/oder Gehör auf die Trainingssteuerung der einzelnen Coachs?

Tobias Steffes:
Die Trainer und Betreuer des ABC sind sehr gut ausgebildet. Dadurch ist ein großer Einfluss auf die Trainingssteuerung zumeist gar nicht vonnöten. Die Kommunikation zwischen uns klappt ebenso sehr gut. Dadurch kann jeder von jedem dazulernen.

Betreibst du selbst eine Sportart?

Tobias Steffes:
In den vergangen Jahren habe ich das Joggen für mich entdeckt. Dabei kann ich mit guter Musik abschalten und mich fit halten.

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