Der Capitano und Mr. ABC geht von Bord

Der Ahrweiler BC verabschiedete am letzten Spieltag der Bezirksliga gleich vier Spieler. Unter diesem Quartett befand sich mit Julian Hilberath auch ein Akteur, dessen Name und Persönlichkeit mit dem  ABC verknüpft sind wie bei keinem anderen Protagonisten des Vereins auf und neben dem Platz. „Niemals geht man so ganz“ trifft bei „Juli“ faktisch tatsächlich zu. Hilberath bleibt dem frischgebackenen Aufsteiger in die Rheinlandliga als Assistenztrainer und Bestandteil des wichtigen Funktionsteam von Chefcoach Jonny Susa erhalten.

Sage und schreibe 23 seiner insgesamt 27 Jahre dauernden Laufbahn war die personifizierte Tormaschine für den ABC aktiv. Während seiner Seniorenzeit schnürte er die Fußballschuhe auch noch für die Spvgg Burgbrohl, SV Rot-Weiß Merl und den FC Plaidt. Der diesjährige Aufstieg in die Rheinlandliga und der Aufstieg als Spielertrainer in die Bezirksliga in 2009 waren für den sympathischen, sehr angenehmen und sich stets selber zurücknehmenden fairen Sportsmann die größten sportlichen Erfolge.

Auch in dieser Spielzeit, im zarten Alter von 35 Jahren, hat es der Spielführer des frischgebackenen Bezirksligameisters noch auf 13 Treffer gebracht. Zudem gelang ihm in den letzten beiden Jahren als Trainer jeweils der wichtige Klassenerhalt mit den D-Junioren in der Bezirksliga.

„Trotz Kapitänsbinde hat sich Julian im Laufe unserer Zusammenarbeit nie in den Vordergrund gedrängt. Hut ab für sein professionelles und vorbildliches Verhalten nachdem ich in der Rückrunde die harte Entscheidung treffen musste, ihn in der Startformation öfters außen vorzulassen. Er hat sich den Karriereabschluss mit dem Aufstiegs-Hattrick, dem Treffer gegen Metternich und einen letzten Einsatz vor großer Kulisse am vergangenen Sonntag absolut verdient!“, so Jonny Susa über seinen scheidenden Kapitän.

In der kommenden Spielzeit wird Julian Hilberath als Assistenztrainer im Team von Susa die aktuelle Erfolgsgeschichte seines ABCs weiter mitbestimmen können. Allerdings dann „nur“ noch an der ungewohnten Seitenlinie. Mit Blickrichtung Zukunft ist es sehr unwahrscheinlich, dass es ein Stürmer ähnlichen Typus wie Julian Hilberath nochmals für den ABC auf Torejagd geht. Zu einzigartig war beim dem Mittdreißiger der Mix aus gutem Charakter, professioneller Einstellung und spielerischer Qualität. Vielleicht tritt ja künftig einer seiner Schützlinge von den D-Junioren, bspw. Tom Sebastian oder Chadi Atwi, in die übergroßen Fußstapfen ihres Ex-Trainers. In Adaption an den Eishockeysport müsste eigentlich ein Trikot mit dem Namenszug Hilberath unter dem Tribünendach des Apollinarisstadions aufgehängt werden.

In eigener Sache möchte ich als Schreiber dieser Zeilen anmerken, dass es mir eine Ehre war einen Menschen wie Julian Hilberath kennenlernen zu dürfen.

Es wird ungewohnt sein den Mann mit dem individuellen Laufstil und einmaligen Torriecher nicht mehr auf dem Platz erblicken zu können. Aber bevor Panik aufkommt: Ein paar Meter weiter sitzt Mr. ABC ja auf der Trainerbank.

Machen wir es kurz und schmerzlos.

Capitano – Vielen Dank für alles

Foto:

Lukas Röhle (l.), der Abteilungsleiter der Senioren, übergab Julian Hilberath zum Abschluss ein Erinnerungspräsent.

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