Mit geballter Kompetenz zum Aufstieg in die Rheinlandliga?

Durch berufsbedingte Veränderungen im Funktionsteam der A-Junioren sah sich Jugendleiter Gerd Treffer und Jugendkoordinator Martin Schell gezwungen dort personell nachzulegen, um das Ziel Rheinlandligaaufstieg nicht aus den Augen zu verlieren. Die beiden Assistenztrainer Niclas Spatz und Jannes Scheffler standen wegen beruflicher Veränderung und einem Auslandsstudium nicht mehr zur Verfügung. Chefcoach Thomas Meyer begann mit seinem Lehramtsreferendariat und konnte daher dem erforderlichen Zeitaufwand nicht mehr in Gänze nachkommen. Durch den Abteilungsleiter der Senioren, Lukas Röhle, welcher drei Jahre bei TuS Koblenz arbeitete, kam der Kontakt zu Markus Breitbach zustande. Der Inhaber der A-Lizenz und ehemalige Senioren- und Juniorentrainer sowie Geschäftsstellenleiter der TuS Koblenz konnte sich schnell mit Treffer über ein Engagement als A-Junioren-Trainer bis zum Saisonende einigen und steht nun, zwei Spieltage vor Saisonende, kurz vor dem Rheinlandligaaufstieg mit dem ältesten Junioren-Jahrgang des ABC. Wir haben bei dem sympathischen Fußballfachmann u.a. kurz nachgefragt, wie er die letzten Monate beim ABC empfunden hat.

Hallo Markus, wie kam es zum überraschenden Engagement bei den A-Junioren des Ahrweiler BC?

Markus: Breitbach:

Nach meiner Zeit bei TuS Koblenz habe ich zunächst eine Pause eingelegt. Lukas Röhle und ich kannten uns aus unserer Zeit in Koblenz und hatten noch regelmäßig Kontakt. Er erzählte mir von der Jugendarbeit beim ABC und die mit der Arbeit verbundenen Ziele. Er ließ durchblicken, dass man insbesondere für den Bereich der A-Junioren etwas Unterstützung für das Trainerteam suchte, einen Feuerwehrmann der kurzfristig einspringen kann. So richtig traute er mich aber nicht zu fragen. Ich glaube er war dann doch sehr erleichtert als ich ihm „den Ball zuspielte“ und sagte, dass man sich ja mal unterhalten könnte (lacht). Lukas Röhle und Gerd Treffer haben mich dann in einem ersten Gespräch recht schnell überzeugt. Ich hatte Lust wieder auf dem Platz zu stehen.

Was für ein Team hast du bei deinem Amtsantritt vorgefunden?

Markus Breitbach:

Die Spieler haben sicherlich unterschiedliche Motivationen. Einige kommen um ein wenig mit Kumpels zu „kicken“. Einige waren daraus resultierend unzuverlässig. Die Mehrzahl aber haben Ziele, wollen sich sportlich verbessern, möchten später so hoch wie möglich spielen bzw. auch den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft schaffen. Das sind auch die Jungs, mit denen wir nunmehr um den Aufstieg spielen können. Sie zeigen eine hohe Bereitschaft und haben auch ein hohes Entwicklungspotenzial.

Die Ausgangslage ist klar. Ihr braucht aus den letzten zwei Punktspielen einen Punkt. Sind die Jungs noch zur Genüge fokussiert oder reicht die Spielstärke alleine um den fehlenden Zähler einzuspielen?

Markus Breitbach:

Die Spieler neigen dazu, in guten Phasen auch mal unbewusst mit angezogener Handbremse zu spielen. Vor einigen Wochen führten wir beim Auswärtsspiel in Emmelshausen mit 3-0 zur Halbzeit. Das Endergebnis lautete 3-3. Der Fokus ging verloren. Wir waren uns zu selbstsicher. Sowas darf nicht passieren. Auf die Spielstärke eines Teams darf ich mich nicht verlassen. Die Einstellung, der Wille und die Bereitschaft müssen vorhanden sein um auch die eigene Spielstärke optimal einsetzen zu können. Aus den letzten beiden Spielen wollen wir sechs Punkte einspielen.

Inwieweit konnte das Team deinen Ansprüchen in der kurzen Zeit gerecht werden und wie sieht der optimale, von Markus Breitbach präferierte Fußball überhaupt aus?

Markus Breitbach:

Ich habe schon eine hohe Erwartungshaltung. Mir war schon klar, dass ich vielleicht nicht jeden Spieler damit erreiche. Wie eingangs gesagt haben die Spieler unterschiedliche Motivationen. Aber nochmals, die Mehrzahl hat das sehr gut angenommen. Die Entwicklung ist spürbar. Die hat aber nicht erst mit meiner Person stattgefunden. Thomas Meyer und das Team machen hier eine tolle Arbeit.

Der optimale Fußball ist hoch gegriffen. Ich bin mir überhaupt nicht sicher ob es den optimalen Fußball gibt. Es gibt immer etwas zu verbessern. Für mich persönlich ist und war die Basis aus hoher Laufbereitschaft, Willenskraft und Einstellung immer einer der wichtigsten Faktoren. Ohne diese Tugenden wird es auch keinen gepflegten Fußball geben. Ich mag schnelle Umschaltsituationen mit passsicheren Ballbesitzphasen und guten Spielverlagerungen. Letztlich komme ich über die Motivation. Eine Mannschaft auf den Punkt zu motivieren gehört zu meinen Stärken.

Welche Chancen gibst du dem aktuellen Kern der Mannschaft mit der einen oder anderen ex- und internen Verstärkung, sofern der Aufstieg gelingen sollte, sich in der Rheinlandliga behaupten zu können?

Markus Breitbach:

Der Aufstieg wird gelingen und der ABC wird in der kommenden Saison mit den A-Junioren in der Rheinlandliga spielen. Ich wünsche dem neuen Trainerteam und den Spielern bereits heute alles Gute und viel Erfolg. Ich bin mir sicher, dass das Team eine ordentliche Rolle spielen wird. Es gibt tolle Spieler in den eigenen Reihen.

Wie hast du in den vergangenen fünf Monaten den Ahrweiler BC kennengelernt? Wie lautet dein Resümee?

Markus Breitbach:

Der ABC ist ein aufsteigender Verein mit toller Infrastruktur und absolut fähigen und handelnden Personen. Ich bin in der Kürze der Zeit unfassbar toll aufgenommen worden. Das hat mich wirklich sehr begeistert. Wirklich alle sind sehr bemüht das Optimale aus dem Verein rauszuholen. Alle packen an, machen sich Gedanken und kämpfen für die gemeinsame Sache. Dazu kann ich allen Beteiligten nur gratulieren.

Ist es auszuschließen, dass du in Zukunft erneut nochmals für den ABC tätig wirst?

Markus Breitbach:

Zunächst einmal wartet im Sommer eine neue Aufgabe in Koblenz auf mich, auf die ich mich ebenfalls freue. Ich würde es jedoch keinesfalls ausschließen irgendwann noch mal für den ABC tätig zu sein.

Du giltst, gerade im Großraum Koblenz, als absoluter Kenner der Szene und Fachmann auf der Trainerbank. Warum kommt es in der nächsten Saison „nur“ zu einer Trainertätigkeit beim A-Ligisten Sportfreunde Immendorf?

Markus Breitbach:

Wenn das die Immendorfer lesen (lacht). Zunächst muss gesagt sein, dass auch die Immendorfer sehr bemüht waren. In Immendorf finde ich ebenfalls eine gute Infrastruktur wieder. Das Team bleibt uns zu 90 Prozent erhalten und wir konnten es personell bereits verstärken. Die Mannschaft hat Potenzial und kann sicherlich eine gute Rolle spielen. Ich hätte durchaus die Möglichkeit gehabt eine Rheinlandligamannschaft zu übernehmen oder wieder Jugend-Regionalligafußball zu trainieren. Eine Anfrage aus der Mittelrheinliga lag ebenfalls vor und die Aufgabe wäre sicherlich sehr interessant gewesen. Die Möglichkeiten habe ich jedoch relativ früh ausgeschlagen um mich auch auf meinen Beruf zu fokussieren. Es wäre fortan schwierig gewesen beides unter einen Hut zu bekommen. Immendorf gibt mir die Möglichkeit nicht den ganz großen Aufwand betreiben zu müssen und trotzdem kann ich auf dem Platz stehen und versuchen meinen Ansprüchen gerecht zu werden und zu überzeugen.

Wie endet die Partie am Samstag und warum haben es sich die A-Junioren des ABC verdient in der kommenden Saison in der Rheinlandliga zu spielen?

Markus Breitbach:

Wir werden das Spiel gewinnen. Wir wollen nun auf eigenem Platz die Meisterschaft feiern. Der gesamte Verein hat sich den Aufstieg verdient weil alle ABCler viel Herzblut und Leidenschaft investieren. In diesem Zusammenhang gratuliere ich auch der 2. Mannschaft zum Aufstieg. Auch das bildet eine bessere Plattform für den eigenen Nachwuchs. Jonny Susa und dem Team der 1. Mannschaft wünsche ich für kommenden Samstag ebenfalls alles Gute und viel Erfolg. Auch sie haben sich den Aufstieg nun mehr als verdient. Das Wochenende könnte ein weiterer Meilenstein für den ABC werden.

 

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