Interview mit dem Abteilungsleiter der Senioren Lukas Röhle

Seit der letzten Jahreshauptversammlung ist Lukas Röhle, der bisher in erster Linie im Bereich Sponsoring federführend tätig war, für die Belange der Seniorenabteilung des Ahrweiler BC verantwortlich. Die erste und zweite Mannschaft überwintert aktuell als Tabellenführer und die dritte Mannschaft hat sich nach einem Tief wieder auf den zweiten Platz vorgespielt. Scheinbar gibt es für den neuen Mann in der Seniorenabteilung aktuell keinen großen Handlungsbedarf. Jedoch trügt der Schein. Die Planungen für die Rückrunde laufen auf Hochtouren und auch im Hinblick auf die kommende Saison, da muss wohl bis zum Saisonende bei allen drei Teams zweigleisig geplant werden, gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

 

Was hat dich dazu bewogen den Posten des Abteilungsleiters der Senioren zu übernehmen und welche deiner persönlichen Eigenschaften erachtest du dabei als besonders hilfreich.  

Lukas Röhle:

Im Zuge der Neustrukturierung der Vereinsstrukturen wurde die spannende Aufgabe an mich herangetragen. Ausschlaggebend für die Übernahme des Amtes ist die große Wertschätzung für die hervorragende Arbeit unserer Seniorentrainer und Mannschaften, sowie mein sehr gutes Verhältnis zum Sportlichen Leiter Kourosch Hosseini.

Die Beurteilung meiner persönlichen Eigenschaften möchte ich gerne anderen überlassen.

Zum Ende des Jahres hin taten sich die Mannen von Jonny Susa und Jasmin Ibrahimovic schwerer als noch zu Beginn der Saison. Es gab auch beim 0:1 in Urmitz die erste Niederlage. Zu hoher Erwartungsdruck?

Lukas Röhle:

Wenn wir als Aufsteiger eine solche Saisonhälfte abschließen, ist die Niederlage in Urmitz mehr als verkraftbar. Persönlich ordne ich grade die Leistungen im November und Dezember besonders hoch ein, da die stark dezimierte Personaldecke von der Mannschaft bravurös kompensiert wurde.

Ich denke, dass wir als Gesamtverein ein exzellentes Spieljahr 2017 erlebt haben. Sinnbildlich dafür steht die Entwicklung der ersten Mannschaft. Das Team kann frei aufspielen!

Kommt das gute Abschneiden der Seniorenmannschaften eher überraschend, oder hat man sich im Lager des ABC von Saisonbeginn an mit möglichen Aufstiegsszenarien befasst?

Lukas Röhle:

Die Ziele wurden vor der Saison klar definiert. Neben der Etablierung in der Bezirksliga, stand der Aufbau eines zukunftsfähigen und stabilen Kaders auf der Agenda. Aufstiegsszenarien spielten bei der kurzfristigen Planung im Vorfeld keine Rolle.

Welche Spieler aus den Reihen der ersten Mannschaft haben bisher am meisten positiv überrascht?

Lukas Röhle:

Wenn eine Mannschaft eine solche Leistungsfähigkeit und Charakterstärke an den Tag legt, fällt es schwer Einzelne aus diesem homogenen Kollektiv herauszuheben. Sportlich möchte ich die Bewertung unserem Trainerteam um Jonny Susa überlassen. Aus Vereinssicht freue ich mich besonders, dass sich sechs Spieler zudem als Jugendtrainer engagieren.

Der Aufstieg welchen Teams wäre der wichtigste, auch im Hinblick auf das Heranwachsen der Leistungsstärke im Juniorenbereich?

Lukas Röhle:

Unsere A-Jugend stellt den Übergang zum Seniorenbereich dar. Hier sehe ich uns in beiden Jahrgängen mit großem Potenzial aufgestellt. Ein Aufstieg der Mannschaft um Trainer Thomas Meyer würde dem Seniorenbereich nachhaltig guttun.

Die erste und zweite Mannschaft nehmen die Rest-Rückrunde als Tabellenführer der Bezirksliga und der Kreisliga B auf. Ist der Aufstieg nun Pflicht?

Lukas Röhle:

Bei aller Euphorie muss man immer im Auge behalten, wo wir als Club herkommen. Ein Aufstieg ist von Vereinsseite in beiden Fällen keinesfalls Pflicht. Grade die zweite und dritte Mannschaft haben uns ebenfalls bisher vollends überzeugt.

Am 31. Januar schließt das Transferfenster. Was gibt es bezüglich Zu- und Abgänge bei der ersten Mannschaft zu berichten?

Lukas Röhle:

Unsere Offensive wird durch die Verpflichtung von Abderrahman Ezzammouri verstärkt. Zudem schloss sich mit Niklas Röder von der U19 der TuS Koblenz ein vielversprechender, regionaler Defensivspieler unserem Team an. Mit Philipp Hürtgen und Sascha Bast haben uns zwei Spieler verlassen.

Und wie sieht es bei der zweiten Mannschaft aus?

Lukas Röhle:

Der zweiten Mannschaft hat sich Ibrahim Sidebe Arama vom ESV Kreuzberg angeschlossen. Mit ihm erhalten wir einen interessanten Nachwuchsspieler, der mit seinen zwei Toren gegen uns auf sich aufmerksam gemacht hat.

Ist schon absehbar, ob es nach der Saison einen großen personellen Cut aus Alters- und/oder Qualitätsgründen geben wird?

Lukas Röhle:

Qualitativ entwickelt sich das Team im Kollektiv hervorragend, sodass wir hier großes Vertrauen in den jetzigen Kader haben. Wir möchten möglichst langfristig mit dem bestehenden Gerüst arbeiten. Durchaus sind einige Spieler im fortgeschrittenen Fußballeralter, wobei dies sich nicht in den Leistungen widergespiegelt. Persönlich traue ich auch den älteren Mannschaftsmitgliedern ein weiteres Jahr auf hohem Niveau zu.

Beim ABC hat sich seit dem Vorstandswechsel in 2015 in allen Abteilungen viel getan. Besteht die Gefahr, dass es zu schnell und zu gut läuft? Könnte der ABC ohne weitere Probleme die Rahmenbedingungen, bspw. für eine Rheinlandligasaison, in der kommenden Spielsaison erstellen. Oder hätte man es als Rheinlandligist in vielen Teilbereichen wie Sponsoren- und Spielersuche vielleicht sogar einfacher als jetzt?

Lukas Röhle:

Ein Aufstieg in die Rheinlandliga wäre mit viel Aufwand in diversen Bereichen verbunden – das ist allen Beteiligten bewusst. Inwiefern eine etwaige neue Spielklasse Einfluss auf die Sponsoren- und Spielersuche hat, vermag ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu prognostizieren. Wir sind bestrebt unsere Hausaufgaben zu erledigen. Hier gilt unser Fokus der schwierigen Restsaison und dem spannenden Kampf um die Tabellenspitze.

Und wo soll der Weg überhaupt hingehen. Zwei ehemalige Oberligisten aus der Region haben zuletzt eindrucksvoll bewiesen, dass eine hohe Spielklasse im Seniorenbereich auch der Anfang vom Ende sein kann. Ist der ABC diesbezüglich vorbereitet?

Lukas Röhle:

Als Vorstand definieren wir den Vereinserfolg nur sekundär über die Ligenzugehörigkeit der Mannschaften. Wir sind bestrebt, dass sich der Gesamtverein kontinuierlich und in der Breite weiterentwickelt. Hier sehe ich uns auf einem sehr guten Weg, der jedoch gemeinschaftlich weiterverfolgt werden muss.

Um Artikel über soziale Netzwerke weiterzuverbreiten, müssen Sie diese aktivieren - für mehr Datenschutz.

Schreibe einen Kommentar