EINE VON UNS: KATHARINA STERNITZKE

Frauenpower beim ABC

Die seit 2004 als Jugendtrainerin tätige Katharina Sternitzke bringt so ziemlich alles mit was einen überragenden Jugendcoach ausmachen kann. Als Aktive hat es die aparte Endzwanzigerin bis in die 2. Bundesliga gebracht. Diverse Aus- und Weiterbildungen für Jugendtrainer in Verbindung mit ihrem beruflichen Hintergrund als Diplom-Sozialpädagogin bilden eine nahezu perfekte Grundlage ihre Schützlinge als Fußballer, aber auch als Mensch voranzubringen. „Zufriedene Fußballer, die mit Spaß und Vorfreude zu Training und Spiel kommen sind für mich der Erfolg, der im Jugendbereich zählt“, so die Spielführerin des Regionalligisten SG 99 Andernach. Aber auch der Ausbildungsstand ihrer Akteure, die fast in Gänze seit den Bambinis unter der Obhut ihrer Trainerin stehen, ist bemerkenswert. So stehen doch im Kader der aktuellen D II-Junioren etliche Kicker, die der Kategorie hoffnungsvolle ABC-Talente angehören. Die Interaktion zwischen Coach, Spielern und Eltern ist in dieser Mannschaft etwas ganz besonderes. Und auch das ist in allererster Linie ein Verdienst der letztjährigen Rekordtorschützin ihrer Regionalligamannschaft. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass die beidfüßige Amazone seit geraumer Zeit die Leitung der INTERSPORT SCHÜLLER-Fußballfreizeit inne hat. Das Lebensmotto der sehr engagierten Jugendtrainerin, „Ich verliere nicht. Entweder ich gewinne, oder ich lerne“, charakterisiert sowohl den Menschen, als auch den Coach Katharina Sternitzke sehr treffend. Der ABC ist stolz solch eine exzellente Kraft in seinen Reihen zu haben.

Interview mit Katharina Sternitzke:

Warum bist du Jugendtrainerin geworden?

Katharina Sternitzke: Wie das meistens so ist, bin ich durch Nachfrage des Vereins darauf aufmerksam geworden und dann in die Position hineingewachsen. Ich habe aber früh gemerkt, dass es mir viel Spaß macht meine Leidenschaft für den Fußball weiterzugeben.

Was motiviert dich, Jugendliche zu trainieren?

Katharina Sternitzke: Den Spaß am Fußball, den die Jüngsten mitbringen und deren Lernbereitschaft und Willen, sich zu verbessern.

Was für Ziele strebst du an?

Katharina Sternitzke: In Bezug auf den jüngeren D-Jugend-Jahrgang möchte ich die talentierten Nachwuchsfußballer und Fußballerinnen weiterentwickeln. Der Spaß steht bei uns immer an erster Stelle. Die Weiterentwicklung und der Lernprozess schreiten so fast von alleine voran.

Wie schaffst Du es deine Spieler(innen) für ein konzentriertes Training zu motivieren?

Katharina Sternitzke: Ich habe das Glück, eine von Grund auf motivierte Truppe trainieren zu dürfen, die meistens eine große Portion an Eigenmotivation mitbringen. Sollte das mal nicht der Fall sein, kann meine eigene Einstellung zum Training und dem Fußball viel ausmachen.

Wie und mit welchem Zeitaufwand muss man sich die Vorbereitung eines Jugendtrainers auf das Training und den Ligaspielbetrieb vorstellen?

Katharina Sternitzke: Das ist sehr unterschiedlich. Man darf nicht vergessen, dass die meisten von uns das nebenbei machen und hauptberuflich arbeiten gehen. Da wird immer mal zwischendurch am Training oder der Vorbereitung für das Spiel gefeilt. Man kann aber sagen, dass das nicht von alleine geht und einiges an Zeit eingeplant werden muss – wenn man es ordentlich machen will.

Was waren bisher deine guten und deine schlechten Erfahrungen als Jugendtrainer?

Katharina Sternitzke: Ich habe überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Negative Erfahrungen sind die, wenn es bereits im frühesten Jugendbereich unsportlich wird. Und hier habe ich nie eine Situation von Kindern erlebt, sondern immer von den Eltern oder Trainern. Ich wurde bspw. einmal von einem gegnerischen Trainer aufgrund dessen beschimpft, dass ich eine Frau sei und nichts auf dem Platz zu suchen hätte. Insgeheim weiß ich, dass er nur sauer darüber war, gegen ein Team mit Frau als Trainerin verloren zu haben und kann darüber lachen. 😉

Reicht es bei dir ein talentierter Kicker zu sein, oder muss auch die Einstellung, Disziplin, Charakter und der Wille vorliegen um sich als Stammkraft zu etablieren?

Katharina Sternitzke: Vier wichtige Eigenschaften, die für mich alle eine große Rolle in Verbindung mit einem guten Fußballer spielen. Ich hänge die Stammkraft allerdings im Jugendbereich nicht zu hoch. Alle die bei mir vernünftig und regelmäßig trainieren, spielen auch mal von Anfang an. Und andersherum lasse ich auch Leistungsträger draußen, die nicht oder auch überheblich und schlecht trainiert haben.

Was macht deiner Meinung nach einen guten Jugendtrainer aus?

Katharina Sternitzke: Ein guter Jugendtrainer hat stets alle Kinder im Blick und achtet auch auf die individuellen Stärken und Schwächen. Er lebt bestimmte Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Ehrgeiz, Pünktlichkeit und Zusammenhalt vor. Ganz wichtig ist für mich auch die Gerechtigkeit und das alle die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln und den Spaß am Fußball beizubehalten.

Du wolltest ursprünglich schon nach der letzten Saison das Traineramt abgeben. Wie kam es zum Rücktritt vom Rücktritt?

Katharina Sternitzke: Mir ist die Entscheidung von Beginn an sehr schwer gefallen, da ich die Kinder seit bald sechs Jahren begleite. Als sich dann auch noch eine Vakanz auf dem Trainerstuhl ergab und die Situation für Kinder und Eltern unsicher wurde, konnte ich nicht anders. Ich bin jetzt sehr froh darüber und freue mich auf die Saison.

Kannst Du dir vorstellen auch in den älteren Junioren-Jahrgängen tätig zu sein?

Katharina Sternitzke: Grundsätzlich kann ich mir alles vorstellen, ich sehe meine Stärken aber im jüngeren Junioren-Bereich. Für mich persönlich ist es schöner die Kinder mit der Erfahrung Fußball „mitwachsen“ zu sehen und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Den Großteil deines Teams trainierst Du bereits seit den Bambinis. Wie würdest Du den typischen „Katharina Sternitzke-Schützling“ nach den vielen Jahren charakterisieren?

Katharina Sternitzke: Das finde ich eine schwierige Frage, da jedes Kind anders ist und da auch sechs Jahre Katharina als Trainerin (zum Glück!!!) nichts dran ändern. Aber ich denke ich kann sagen, dass wir uns alle akzeptieren und gegeneinander helfen wo wir können. Die Kinder haben gelernt verlieren zu können und müssen von klein an mit beiden Füßen schießen. Das hat ihnen sicher nicht geschadet. Wir sind allesamt sehr ehrgeizig und freuen uns über gemeinsam Erreichtes.

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